Die Einwohnerzählung im Amt Altenburg im Jahre 1580
In der einschlägigen Literatur wird die Akte (Ministerium für Kultur Nr. 10973) im Thüringischen
Staatsarchiv wie folgt genannt:
»Beschreibung der ganzen Superintendenz Altenburg mit allen Ober- und Niedergerichtsherren;
auch wieviel jederorts Hauswirte, Kind und Gesind, und Summe aller eingepfarrten Personen klein
und groß.
Ordentlich beschrieben nach den vier Viertel 1580 vor Ostern.«
Anschließend an den Titel folgt die Übersicht:
Das Schmöllnsche Viertel
hat 6 872
Das Gößnitzer Viertel
hat 6 345
Das Luckawische Viertel
hat 7 116
Das Monstabische Viertel
hat 5 012
Stadt Altenburg samt den Vorstädten
und 6 eingepfarrten Dörfern
hat 4 011
Summe aller Seelen Anno Domini 1580
Personen
Personen
Personen
Personen
Personen
29 356 Personen jung und alt
Einige Pfarrer fügten der Zählung die Vornamen der Ehefrauen der Hausbesitzer und Bemerkungen persönlicher Art hinzu: Im Ort Nr. 112 Fockendorf steht bei Georg Lange: »Weib heißt Ursula.
Die Mutter lebt mit im Haus«.
Einige Pfarrer waren weniger sorgfältig bei der Ausfüllung ihrer Bogen und hatten auch schlecht
addiert. Zehn Pfarrer haben die Bewohner des Pfarrhauses nicht mit aufgeschrieben. Möglicherweise rechneten sie sich nicht unter die »eingepfarrten Personen«. In Altenburg fehlen auch die Bewohner des Schlosses. Damit kann die »Summe aller Seelen« um etwa 250 Personen höher angesetzt werden.
Die Superintendenz Altenburg umfasste 1580 drei Städte:
Altenburg: urkundliche Erwähnung 976 durch Kaiser Otto II.
Schmölln: Ersterwähnung 1066, Stadtrecht erhalten zwischen 1324 und 1329.
Lucka: Ersterwähnung 1307, als Stadt erwähnt 1347.
Gößnitz erhielt 1718 die Stadtgerechtsame, aber erst 1874 einen Bürgermeister.
Meuselwitz erhielt das Stadtrecht 1874.
Für die drei Städte von 1580 wurden ermittelt:
Häuser
Altenburg
Innenstadt
431
180
Vorstädte
Zusammen
611
Schmölln
127
106
233
698
498
1196
120
645
Stadt- u. Vorstadtbewohner der Ephorie
5550
Lucka
18
Innenstadt
Vorstädte
Zusammen
Einwohner
2823
886
3709